Ohne Proviant geht nichts – Tipps für die Bordküche
Heute möchte ich über ein Thema schreiben, über dass sich jeder Segler, der sich auf eine mehrtägige oder mehrwöchige Reise begibt, Gedanken machen muss. Die Rede ist vom Proviant. Selbst wenn ihn die täglichen Segeltouren von Hafen zu Hafen führen, gibt es dort nicht immer alles, wonach sich der Magen sehnt. Entweder haben die Hafenläden schon geschlossen, wenn man mit seinem Boot anlegt oder sie sind einfach zu treuer. Auch mit den Lokalen und Restaurants am Hafen kann man nicht immer rechnen. Und seien wir mal ganz ehrlich. Irgendwie gehört das Aufproviantieren vor einer Reise auch irgendwie dazu.
In diesem Beitrag möchte ich daher meine Erfahrung bei der Planung und Beschaffung von Proviant teilen. Wie jeder habe auch ich hier Fehler gemacht. Vielleicht helfen dir die folgenden Zeilen, meine Fehler nicht zu wiederholen.
Bevor ich beginne, hier noch zwei Einschränkungen. In diesem Beitrag wird es rein um Lebensmittel inkl. Getränke gehen. Arznei, Sonnencreme oder Equipment werden nicht vorkommen. Zum Anderen beziehen sich meine Erfahrungen auch ein- bis zwei-wöchige Segeltouren und genau diesen Umfang sollen auch die Gedanken zum Proviant haben, die ich hier teile. Wer eine Proviantliste für die nächste Atlantiküberquerung sucht, muss sich bei erfahreneren Seglern oder in der Fachliteratur zu diesem Thema umschauen.
Gut geplant ist halb gewonnen
„Gut geplant ist halb gewonnen.“ Ein langweiliger Spruch, der meist von älteren Seemännern und Seefrauen kommt. Aber das Alter macht einen auch weise und so trifft diese Redewendung genau ins Schwarze. Auch wenn es langweilig und spießig klingt, ein Plan ist beim Proviant schon die halbe Miete (noch so ein Spruch…). Damit vermeidet man, etwas Essenzielles zu vergessen oder gar zu viel zu kaufen und am Ende der Reise mit ungeöffneten Wasserflaschen und Säcken voller Lebensmittel dazustehen.
Meiner Erfahrung nach macht es am meisten Sinn, wenn man sich kurz vor der Reise, sagen wir eine Woche vorher, mit der Crew zusammensetzt und ein paar wesentliche Fragen durchgeht. Das „Zusammensetzen“ kann in Zeiten der Digitalisierung natürlich auch online geschehen. Trotzdem gefällt mir persönlich die Vorort-Variante, vielleicht bei einem kühlen Bier oder einem Glas Wein, besser. Hier sind also einige der Fragen, die man sich stellen sollte, bevor man ins Auto steigt und zum Supermarkt fährt:
1. Wie groß ist die Crew?
Die erste und einfachste Frage ist die, wie viele Mäuler gestopft werden müssen. Eine Crew mit fünf Menschen, wie ich sie bei dem SKS-Ausbildungstörn hatte, wird mehr brauchen als eine Mannschaft aus zwei Seglern.
2. Wie lang ist die Reise?
Beginnt mit den Tagen, die ihr auf dem Boot verbringen werdet. Rechnet dann aus, wie viele Frühstücke, Mittagessen und Abendessen das sind. Dann überlegt ihr, ob das ein oder andere Abendessen doch im Hafenrestaurant stattfinden soll. Diese Fragen sollen euch einen Anhaltspunkt dafür geben, wie viele Lebensmittel Ihr benötigt.

3. Welche Möglichkeiten bietet das Boot?
Bevor ihr einkauft, solltet ihr eine Vorstellung davon haben, was euch an Bord erwartet. Gibt es beispielsweise einen Kühlschrank, in dem ihr leicht-verderbliche Waren wie Wurst, Käse und Milch lagern könnt? Wenn nicht, schränkt das die Lebensmittelauswahl schon ein. Welche Kochmöglichkeiten gibt es? Hat das Boot ein oder zwei Flammen beim Petroleum- oder Gasherd? Ist vielleicht sogar ein Backofen vorhanden? Hier kommt auch das Koch-Equipment ins Spiel. Gibt es (genügend) Pfannen und Töpfe? Habt ihr einen Toaster an Bord?
4. Wie wird der Proviant transportiert und wie wird er gelagert?
Um die Lebensmittel und die Getränke erst einmal zum Boot zu schaffen, braucht es meistens ein Auto und einen Fahrer. Auch daran solltet ihr einen Gedanken verschwenden, vor allem, wenn sich die Crew noch nicht gut kennt. Stellt sich dann im Hafen heraus, dass alle mit dem Zug oder Bus angereist sind, wird es schwierig, den gesamten Proviant auf einmal vor der Abreise zu kaufen. Wie der Proviant dann an Bord gelagert wird, ist ebenfalls eine berechtigte Frage. Bisher hatte ich hier zwar noch nie ernstliche Probleme aber niemand will in einem Sturm Bierflaschen, die aneinander zerschellen, und Ravioli-Dosen, die über den Boden rollen.

5. Wer isst was?
Auch die Art und Inhalte des Essens sollten angesprochen werden. Allen voran sind Unverträglichkeiten und Allergien abzufragen. Ein medizinischer Notfall will schließlich vermieden werden. Auf unterschiedliche Ernährungsweisen sollte ebenfalls Rücksicht genommen werden. Sind Vegetarier oder Veganer an Bord, ist das in die Essensplanung einzubeziehen. Manchmal mag eine Person aber auch einfach etwas nicht. Jemand, der keinen Fisch mag, wird an Lachs in Sahnesoße mit Bandnudeln keinen Spaß haben und das Steak in der Pfanne kann noch so raffiniert zubereitet sein, wenn zwei von vier Seglern kein Rind essen. Ich selbst habe auf Booten schon alles erlebt. Gluten-Unverträglichkeit, Veganer, Fisch-Verweigerer und Salat-Hasser. Alles kein Problem. Auf alles kann man sich einstellen. Man muss nur vorher darüber sprechen.
6. Wer kocht? Wie werden die Lebensmittel bezahlt?
Last but not least kann es helfen, sich vorher darüber Gedanken zu machen, wer das Kochen übernimmt. Klassisch kann man sich hier natürlich täglich abwechseln. Ich habe es aber viel häufiger erlebt, dass ein oder zwei Crew-Mitglieder sich von selbst als Smudje gemeldet haben, entweder, weil sie gerne kochen oder weil sie unter Unverträglichkeiten leiden und daher ein Auge auf Zutaten und Zubereitung haben möchten. Im Gegenzug haben sich die anderen Mitsegler dann meist freiwillig zum Abwaschen gemeldet. Bisher hat das immer gut geklappt. Sprecht auch über die Finanzierung des Proviantes. Oft geht nicht die gesamte Crew einkaufen. Man sollte daher vorher klären, wie viel Geld jeder in die Bordkasse einzahlt und was das Budget für den Einkauf ist. Das Besprechen der Regeln für die Bordkasse ist generell eine wichtige Sache, vor allem bei fremden Crews.
Mit diesen sechs Fragen legt man die Grundlage für eine erfolgreiche Proviantierung. Damit hat man auch die Basics dafür abgesteckt, was eingekauft werden muss. Ein solcher Plan ist wichtig und doch, soll das Ganze auch Spaß machen. Daher ist es selbstverständlich auch erlaubt, Sachen in den Einkaufswagen zu legen, die nicht auf der Liste stehen. Fällt euch etwas besonders Leckeres ins Auge, nehmt es mit. Die Reise ist schließlich (in den meisten Fällen) Urlaub.
Wo kaufen? Wann kaufen?
Nachdem der Plan steht, muss der Proviant selbst besorgt werden. Wer das macht, sollte schon geklärt sein. Jetzt geht es also darum, wann eingekauft wird und wo. In erster Linie hängt das von der Mobilität der Crew und der Anreise ab. Optimal ist es, wenn wenigstens ein Crewmitglied mit dem Auto anreist. Dann fällt der Transport leicht. Außerdem gibt es dann die Möglichkeit, haltbare Lebensmittel und Getränke schon vorab zu besorgen. Alles, was nicht gekühlt werden muss, kann man beim Lebensmittelhändler seines Vertrauens auch vorher schon kaufen. Ganz in Ruhe und ohne Stress.

Frische Lebensmittel müssen natürlich auch frisch gekauft werden. Das ist dann meist die erste Aufgabe, nachdem alle ihre Seesäcke in den Kojen verstaut haben. Das hat allerdings ein Manko. Die Lebensmittelhändler an und um Häfen geben ihre Waren nämlich gerne mal für etwas mehr Geld her als üblich. Yachthäfen sind nicht selten auch Touristengebiete und hier möchte jeder etwas dazuverdienen. So sehr ich die kleinen Tante-Emma-Läden in den Häfen liebe, so sehr bin ich am Ende über den Preis für meinen Einkauf erstaunt.
Aus diesem Grund kann ich nur empfehlen, die frischen Lebensmittel während der Anreise zu kaufen, wenn man noch weit genug vom Zielhafen weg ist, um den Touristenaufschlag nicht zahlen zu müssen. Ich möchte außerdem dazu raten, gleich zu Beginn der Reise den Großteil des benötigten Proviantes zu kaufen. Unterwegs wird es immer teurer sein. Wenn einem schon nach zwei Tagen das Anlegerbier ausgegangen ist, muss man sich nicht wundern, später statt Bier-Preisen eher Champagner-Preise zu zahlen.
Wohin damit? Lagern und verstauen.
Schon bei der Planung haben wir uns Gedanken darüber gemacht, wo die gekauften Lebensmittel und Getränke später gelagert werden sollen. Doch während das alles theoretische Überlegungen waren, die eher dazu dienten, die möglichen Mengen- und Volumengrenzen abzuschätzen geht es jetzt ans Eingemachte. Beim Verstauen des Proviantes sollte man nämlich so einiges beachten.
Ein niedriger Schwerpunkt verbessert die Segeleigenschaften und die Stabilität des Bootes. Die schweren Dinge wie Getränke und Dosen sollten daher möglichst weit unten und mittig lagern. Hier kommen die Stauräume unter den Bänken in Frage, die viele Boote links und rechts im Hauptraum besitzen. Wer seine Getränke noch dazu gekühlt haben möchte, ohne dabei wertvolle Energie zu verbrauchen, legt die Wasserflaschen einfach in die Bilge. Aber Achtung – in der Bilge kann sich, vor allem bei stärkerem Wellengang, gerne mal etwas Wasser sammeln. Daher ist sie gerade auf Langfahrten nicht der optimale Platz für Dosen, die rosten können. Bei kürzeren Trips sollte das aber kein Problem sein.
Sind die Stauräume im unteren Schiff voll, bleiben noch Kajüten, die nicht von der Crew genutzt werden. Diese bieten wertvollen Stauraum, nicht nur für die Seesäcke und das persönliche Gepäck, sondern auch für Lebensmittel und Getränke. Man sollte allerdings darauf achten, dass diese dort gut gesichert werden und bei Wellengang nicht durch die Kajüte oder aus ihr hinaus fliegen. Generell sollten vor allem Lebensmittel in zerbrechlichen Behältern wie Glas oder Pappe möglichst eng verstaut werden. Bier lässt man am besten direkt im Kasten, dort ist es relativ sicher. Auf meinem eigenen Boot wurde vor Jahren (noch durch den Vorbesitzer) der Innenbord-Motor ausgebaut, wodurch ein perfekter Lagerplatz für einen Kasten Bier geschaffen wurde.

Alles, was gekühlt werden muss, gehört in den Kühlschrank bzw. das Kühlfach. Auch hier ist das richtige Stapeln wichtig. Tetris-Veteranen sind wie so oft auf kleinen Segelbooten im Vorteil. Lebensmittel, die nicht zerbrechlich und/oder schwer sind, gehören im Kühlfach nach unten. Die Packung Eier legen wir immer ganz oben auf. Bei Obst und Gemüse, dass nicht in das Kühlfach kommt, sollte darauf geachtet werden, dass sich die Sorten nicht beeinflussen. Lagert man beispielsweise Äpfel zusammen mit Tomaten reifen (und faulen) beide schneller. Manche Boote haben Obstnetze an der Decke hängen, die dafür sorgen, dass das Obst nicht die sonst unvermeidlichen Druckstellen durch das Hin und Her beim Segeln bekommt. Und es sieht gut aus.
Für alles, was jetzt noch übrig ist, bleiben die Schapps an den Bootswänden. Diese sind praktisch, da sie meist recht klein sind. Legt man die Lebensmittel darin eng aneinander, kann auch bei dem schwersten Seegang nichts verrutschen oder zerbrechen. Bei mir landen dort meist diverse Brotaufstriche, Vakuumverpacktes und Nudeln. Apropos Nudeln: Bei trockenen Lebensmitteln muss man etwas aufpassen. Bewegt man sich längere Zeit auf dem Wasser, hat man unweigerlich eine hohe Luftfeuchtigkeit im Boot. Vor allem im Frühling und Herbst merkt man das. Daher sollten trockene Lebensmittel (inkl. Gewürze und Salz) in Plastiktüten oder -boxen verstaut werden. So halten sie länger und die Pappverpackung weicht nicht durch.
So, das war jetzt ziemlich viel. Daher hier nochmal alle Tipps zum Lagern von Lebensmitteln im Überblick:
- schwere, wasserdichte Lebensmittel und Getränke nach unten
- verderbliche und zu kühlende Lebensmittel ins Kühlfach, alles was da nicht reinpasst in die Bilge
- zerbrechliche Verpackungen (Glas etc.) eng packen und auspolstern
- Obst und Gemüse getrennt, möglichst in freihängenden Netzen lagern
- die Schapps gut füllen, dann fällt nichts durcheinander
- trockene, in Pappe verpackte Lebensmittel evtl. in Plastiktüten oder -boxen umpacken, um sie vor Feuchtigkeit zu schützen
Ein paar Sachen, die sich bewährt haben
Was du für deine Segeltour an Proviant kaufst, bleibt natürlich dir und deiner Crew überlassen. In diesem Abschnitt möchte ich dir trotzdem ein paar Ideen mitgeben, die sich auf meinen Reisen bewährt haben. Ich habe sie nach Frühstück, Mittag- und Abendessen aufgeteilt, mit der Überlegung, dass man sich mittags auf hoher See befindet und mit den Wellen kämpft, während man abends irgendwo in Ruhe vor Anker oder im Hafen liegt. Außerdem sind es keine komplizierten Gerichte, für die man viele Töpfe, Pfannen oder Herdplatten braucht.
Der Segeltag beginnt mit einem guten Frühstück

Jeder Segeltag beginnt – oder sollte es zumindest – mit einem guten Frühstück, dass den Körper für die Anstrengungen des Tages stärkt. Oft sehe ich in den Häfen, dass das erste Mahl des Tages geradezu zelebriert wird. Jemanden wie mich, der unter der Woche meist nicht frühstückt, packt morgens manchmal die Ungeduld. Ich will raus aus dem Hafen und rauf aufs Wasser, solange die Hafenausfahrt noch übersichtlich ist. Und doch verstehe ich den Reiz eines guten Frühstücks, wenn ich an den Seglerinnen und Seglern vorbeituckere, die ihre vom Schlaf noch zerknitterten Gesichter in die ersten Sonnenstrahlen strecken und herzhaft in ihr Brötchen beißen oder einen Schluck vom heißen Kaffee nehmen. Hier also die typischen Frühstücksvarianten auf dem Boot. Da ist für jeden etwas dabei:
Auf dem Wasser – das Mittagessen
Zum Mittagessen befinden sich die meisten Segler auf dem Wasser und werden nicht selten von den Wellen, die gegen das Boot schlagen, durchgeschüttelt. Man konzentriert sich auf das Steuern, die Pinne fest in der Hand. Der Blick springt zwischen den Segeln und dem Verklicker hoch auf dem Mast hin und her. Alle paar Minuten vollführt man den 360-Grad-Rundumblick, um andere Boote, Bojen und Gefahrenstellen zu entdecken.
Ich gebe es gerne zu: Häufig bin ich mit dem Segeln so beschäftigt, dass ich das Mittagessen entweder vergesse oder erst daran denke, wenn mir der Magen knurrt. Bei mir an Bord gibt es daher meist einen wenig aufwendigen und oft auf wenig gesunden Snack als Mittagessen. Hier einige Vorschläge.
Angekommen – ein wohlverdientes Abendessen
Wenn man es nach einem langen und vielleicht auch anstrengenden Segeltag endlich zu seinem Ziel geschafft hat, meldet sich (zumindest bei mir) dann doch recht schnell der Magen. Der Anker steckt tief im Grund oder die Vor- und Achterleinen sind sicher verzurrt. Dann geht es an das Abendessen.

Mein Fazit zum Abendessen: Gönnt euch was. Egal ob auf dem Boot oder am Hafen, beim Abendessen kann man wieder Kraft schöpfen, die überanstrengten Muskeln entspannen und die Blessuren des Tages pflegen. Bei den Segeltouren, die ich mit Segelfreund Robert unternehme, ist es beispielsweise Tradition, dass wir am letzten Abend definitiv in einem Restaurant essen. Da hat keiner mehr Lust abzuwaschen.
Das war also eine kleine Auswahl meiner liebsten Segelgerichte. Jetzt würde mich aber interessieren, was du auf hoher See so zu dir nimmst. Bist du eher der Gourmet und wirfst abends alle Herdplatten an oder findet man dich in der Rubrik Kekse und Schokoriegel. Schreib mir gerne ganz unten in die Kommentare, was deine liebsten Bootsmahlzeiten sind. Ich lasse mich sicher inspirieren.
Was man immer wieder vergisst – Lektionen eines Amateur-Smudje
Bevor ich zum Abschluss dieses Beitrags über den Proviant an Bord eines Segelbootes komme, möchte ich noch ein paar Lebensmittel ansprechen, die ich beim Einkauf oft vergessen und später auf dem Boot schmerzlich vermisst habe. Hier also die geballte Ladung Lessons Learned:
Butter und/oder Öl
Käsespätzle mit Röstzwiebeln oder Rührei zum Frühstück gefällig? Ohne „Schmiermittel“ für die Pfanne wir das aber nichts. Da Öl und Butter zu Hause so allgegenwärtig sind und immer griffbereit stehen, vergisst man sie beim Einkauf schonmal. Aber selbst wenn man gut geplant hat und sich Pflanzenöl auf der Einkaufsliste befindet, steht man vor dem Problem der Verpackungsgröße. Eine Literflasche Öl für eine Woche an Bord ist definitiv zu viel. Ich tendiere daher dazu, nach einer kleinen Packung Butter zu greifen. Diese kann in die Pfanne und auf das Brötchen.

Gewürze
Auch Gewürze werden oft vergessen. Zu Hause liegen sie zu Hauf und in großen Portionen im Schrank, an Bord bemerkt man ihr fehlen erst, wenn es darum geht, die Tomatensoße abzuschmecken. Mein Tipp ist, Gewürze von zu Hause mitzubringen, vorher abgepackt in kleinen Portionen. Kleine, wasserdichte Schachteln oder Plastiktüten eignen sich recht gut. Man muss eben nur daran denken.
Salz
Spätestens wenn sie die ersten Nudeln aus ungesalzenem Wasser essen mussten, überlegt die Crew, wo sie für die nächsten Tage eine Packung Salz auftreiben kann. Meist bleibt dann nur der Gang zum Hafenkiosk, wo Salz mit einem ordentlichen Preisaufschlag angeboten wird. Hier rate ich trotzdem: Beißt in den sauren Apfel, kauft eine neue Packung Salz und wickelt sie an Bord direkt in eine Plastiktüte ein. Was man sonst nach ein paar Tagen hat, ist ein Klumpen Natriumchlorid, an dem man mit dem Messer herumscharben muss.
Bier und Wein
Kleine Angst, ich behaupte nicht, dass man Bier und Wein beim Einkauf wirklich vergessen würde. Will man allerdings das eigene Lieblingsbier oder den bevorzugten Rotwein, sollte man überlegen, diese direkt mitzubringen. Das ist häufig preiswerter als Vorort zu kaufen. Und niemand will sich nach einem schweren Anlegemanöver ein unbekanntes Bier öffnen und dann mit verzogenem Gesicht feststellen, dass es nach abgestandenem Wasser schmeckt. Falls sich die Crew übrigens während des Segelns selbst schon ein Bier gegen die Hitze gönnen möchte, empfehle ich dringend alkoholfreies. Mindestens aber nicht ausschließlich für den Bootsführer und den Steuermann. Für die alkoholische Variante ist nach dem Ankern oder Anlegen immer noch Zeit.
Kaffee oder Tee
Generell denke ich beim Einkauf des Proviantes meist an den Kaffee. Für mich ist der Morgenkaffee schließlich ein Muss. Bei Alternativen wie Tee, was andere Crewmitglieder vielleicht eher bevorzugen, wird es dann schon schwieriger. Und möchte dann noch jemand Sahne in den Kaffee oder Zucker in den Tee sieht es meist ganz düster aus. Klärt also vorher ab, was als wärmendes Getränk in Frage kommt und wer es wie am liebsten trinkt.
Chips und Knabbereien
Egal ob zur Aufmunterung nach einem missglückten Anlegemanöver, als Stimmungsaufheller beim lauen Abend an Deck oder zum Film schauen bei strömenden Regen in der Koje. Knabbereien sollten nie fehlen. Egal ob Chips, Salzstangen oder Erdnüsse, Schokolade oder Popcorn – das gehört (für mich) einfach dazu. Aber bitte ein bisschen mit den Krümeln aufpassen!
Der Schluck für Gott Neptun
Es ist seemännische Tradition, Gott Neptun vor der Reise durch einen Schluck „Hochprozentigen“ um eine sichere Reise zu bitten. Bei uns an Bord geschieht das meist am ersten Abend und ist gleichzeitig die Möglichkeit, auf einen tollen Segelurlaub anzustoßen. Besprecht vorher, mit welchem Drink sich der Großteil der Crew anfreunden kann. Schließlich bringt es nichts, nach der Fahrt eine Menge offene und nur angetrunkene Schnapsflaschen zurück nach Hause zu nehmen. Bei uns an Bord läuft es oft auf Gin (als Gin-Tonic) oder Vodka hinaus.
Wasser
Vor lauter leckerem Essen darf man das Grundnahrungsmittel nicht vergessen: Wasser. Mit Wasser ist es so eine Sache. Niemand soll durstig sein und ich habe ja auch geschrieben, dass man genügend trinken muss. Andererseits will man nach einer Woche auf See aber auch nicht mit einem vollen Kasten Wasser nach Hause fahren müssen. Ich empfehle daher, pro Person 1,5 Liter Wasser pro Tag einzuplanen. Wenn sich im Laufe der Fahrt zeigt, dass es knapp wird, kauft man einfach nach.
Kleinkram für die Küche
Ja…., ich weiß. Ich habe weiter oben geschrieben, dass dieser Beitrag nur von Proviant im Sinne von Lebensmitteln und Getränken handeln wird. Wenn es allerdings darum geht, Essen und Getränke auch genießen zu können, fallen mir so einige Kleinigkeiten ein, die in der Küche an Bord nicht fehlen sollten. Daher hier im Schnelldurchlauf: Dosenöffner, Flaschenöffner, Korkenzieher, Feuerzeug, Spülmittel, Schwamm, Küchenrollen, Müllbeutel und (viele) Geschirrhandtücher.
Irgendwann bekommt man ein Gespür für den Proviant
Damit will ich den Beitrag zum Proviant beenden. Er enthält all mein Wissen, meine Erfahrung und so einige Tipps und Tricks zur Planung der Ernährung an Bord. Bei den ersten Segeltouren wird das Einkaufen und Planen vielleicht noch nicht optimal gelingen und man nimmt viel Essen mit zurück oder muss den Gürtel am letzten Tag etwas enger schnallen. Mit jeder Reise allerdings wird das Gespür, was man braucht und was man möchte, immer besser.
Ich hoffe, du konntest aus diesem Blogbeitrag ein paar interessante Dinge für deinen nächsten Einkauf mitnehmen. Generell gilt immer – gönn dir was, es ist schließlich Urlaub.
Ahoi und bis bald.

