Titelbild SKS Seezeichen und Leuchtfeuer

SKS Navigation – Die Seezeichen und Leuchtfeuer

Dieser Beitrag ist ein weiterer Teil in der -Reihe zu den Navigationsaufgaben der SKS-Theorieprüfung. In dieser Reihe möchte ich nach und nach die Fragen und die Lösungswege zu den Aufgaben der SKS-Prüfung erklären. Ich hoffe, damit einigen angehenden Seglern das Lernen erleichtern zu können. Heute werde ich auf die Fragen zu den Leuchtfeuern und Seezeichen auf hoher See und im Küstenbereich näher eingehen. Diese können je nach Komplexität der Antwort zwischen ein und drei Punkten bringen. Da zum Bestehen 20 Punkte benötigt werden, lohnt es sich, gut vorbereitet zu sein.

Karte 1 INT 1
Karte 1 / INT 1 – Heft

Einen Vorteil haben die Leuchtfeuer-Fragen. Man kann sie fast vollständig aus dem Begleitheft und dem Heft Karte 1 / INT 1 heraus beantworten, muss also nichts auswendig gelernt haben. Damit unterscheidet sich diese Art von Aufgaben beispielsweise zu Fragen zum Kurswandlungsschema (Link). Während man das Kurswandlungsschema kennen musste, kann man die Bedeutung und das Aussehen von Seezeichen aus den Heften ablesen. Aber kein Vorteil ohne Haken. Das Suchen und Blättern im Begleitheft kostet Zeit und die hat man in der SKS-Prüfung am wenigsten.

Für die Bearbeitung des gesamten Fragebogens zur Navigation bleiben nur 90 Minuten. Bei höchstens 18 Aufgaben pro Bogen doch eigentlich ausreichend, oder? Als ich in 2020 begann, für die SKS-Theorieprüfung zu lernen arbeitete ich die Navigationsbögen einen nach dem anderen durch. Dabei war ich darüber geschockt, dass ich pro Bogen statt der 1,5 Stunden ganze 3 Stunden benötigte. Mit zunehmender Übung ging es natürlich schneller. Trotzdem sollte man in der Prüfung versuchen, langes Überlegen und Herumsuchen (z.B. auf der Seekarte oder im Begleitheft) zu vermeiden. Kennt man aber die Seiten, auf denen Seezeichen und Leuchtfeuer erklärt sind, ist man auf einem guten Weg.

Was sind Seezeichen? Was sind Leuchtfeuer?

In diesem Beitrag geht es um die Fragen zu Seezeichen und Leuchtfeuern. Das bedeutet, dass in der Fragestellung auf ein bestimmtes Seezeichen hingewiesen wird. Für dieses müssen dann Aussehen, Merkmale und Bedeutung erläutert werden. Um alle Punkte für die Frage zu bekommen, muss die Antwort vollständig sein, Teilantworten reichen meist nicht aus.

Seezeichen Düne-S auf Seekarte

Seezeichen sind hör- und sichtbare Hilfsmittel zur Navigation auf hoher See. Meist bezieht sich der Begriff auf Bojen, Tonnen oder Barken im Wasser, die eine bestimmte Form und Färbung haben, aus der sich ihre navigatorische Bedeutung ablesen lässt. Beispielsweise ist eine gelb-schwarz waagerecht gestreifte Boje mit zwei nach unten zeigenden schwarzen Dreiecken übereinander als Topp-Zeichen die westliche Markierung für eine Gefahrenstelle. Hört sich kompliziert an? Ist es auch. Aber mit ein paar Tricks findet man die Bedeutung in der Prüfung ganz schnell.

Leuchtfeuer Helgoland

Leuchtfeuer sind ebenfalls Seezeichen. Sie senden allerdings ein aktives Lichtsignal aus, wodurch sie auch in der Nacht erkennbar und interpretierbar sind. Eine Boje, egal ob rot, gelb oder schwarz, wird man in der Nacht nicht oder erst spät erkennen. Leuchtfeuer hingegen sind genau dafür da, um die schon von Weiten auch bei schlechten Sichtbedingungen sehen zu können. Manchmal geht der Informationsgehalt, den Leuchtfeuer vermitteln, sogar über die Farbe und Taktung ihres Lichtes hinaus. Einige Leuchtfeuer haben bestimmte Farbsektoren, wodurch ein Schiff genau sehen kann, wo es sich, in Bezug auf das Leuchtfeuer befindet.

Das wohl bekannteste Leuchtfeuer ist der Leuchtturm, der Boote seit jeher vor Gefahren wie Untiefen, Riffen oder Küsten warnt. Wo es sich früher um ein echtes Feuer handelte, das lediglich die Position des Turms verriet, sind es heute Hightech-Maschinen mit Informationen zur Ansteuerung. All das verpackt in Farbe und Frequenz des Leuchtens, dass der Seemann auf seinem Boot sieht.

Begriffe und Hilfsmittel

Bevor ich auf die Eigenheiten der Seezeichen und Leuchtmittel eingehe, sollten einige Begriffe bekannt sein, die in den zugehörigen Prüfungsfragen immer wieder auftauchen. Außerdem benötigt man zur Lösung in der Prüfung Hilfsmittel. Welche genau das sind, möchte ich hier kurz erklären.

Begriffe rund um Seezeichen und Leuchtfeuer

Hier die wichtigsten Begriffe aus den Prüfungsfragen.

Kennung:
Die Kennung eines Leuchtfeuers sind die Eigenschaften des Feuers, um dieses in der Nacht identifizieren zu können. Die Kennung ist immer gleich aufgebaut. Als erstes kommt die Angabe der Taktung, also die Beschreibung der hellen und dunklen Intervalle. Ein Beispiel ist „OC(3)“, was ein unterbrochenes Feuer mit 3er-Gruppen darstellt. Die Taktungen werden weiter unten detaillierter behandelt. Nach der Taktung folgt die Farbe des Feuers, also beispielsweise W für Weiß oder R für Rot. Der dritte Bestandteil der Kennung ist die Wiederkehr, also die Anzahl an Sekunden, nach der die Taktung wieder von neuem beginnt. Hat das Leuchtfeuer auch ein akustisches Signal, wird dieses als vierte Komponente der Kennung angegeben. Bei Leuchtfeuern mit Farbsektoren gehören manchmal auch die Gradzahlen der einzelnen Sektoren mit zur Kennung und müssen angegeben werden.

Tragweite:
Die Tragweite eines (Leucht-)Feuers ist die Entfernung, aus der es eben noch einen deutlichen Lichteindruck auf dem Auge des Beobachters hervorruft. Damit ist gemeint, dass es der Abstand zwischen Beobachter und Feuer ist, bei dem der Beobachter das Feuer inkl. seiner Kennung und Wiederkehr gerade erkennen kann. Die Tragweite hängt dabei von der Lichtstärke des Feuers ab sowie vom Sichtwert. Der Sichtwert wiederum wird beeinflusst durch die Atmosphäre und ist nicht immer gleich. Jede Angabe der Tragweite ist daher nur für einen bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit möglich. Aus diesem Grund werden die Tragweiten von Leuchtfeuern meist als Nenntragweiten angegeben.

Nenntragweite:
Die Nenntragweite ist die Tragweite eines (Leucht-)Feuers bei einem Sichtwert von 0,74. Dieser Sichtwert ist erreicht, wenn die meteorologische Sichtweite am Tag 10 Seemeilen beträgt. Mit der Anwendung der Nenntragweite sind Feuer besser einzuschätzen und zueinander abzugrenzen. Das kann wichtig sein, wenn man von seinem Segelboot aus beispielsweise erst ein Leuchtfeuer und etwas später ein zweites sieht. Anhand der Nenntragweite der Leuchtfeuer kann der Segler ausmachen, welches das zuerst gesehene ist.

Toppzeichen:
Viele Seezeichen sind anhand von Form, Farbe und eben dem Toppzeichen auszumachen. Das Toppzeichen ist oben auf dem Seezeichen angebracht und hat meist eine Form, die aus allen Richtungen gleich aussieht. Übliche Toppzeichen sind Zylinder, Kegel und Kugeln, es gibt aber auch Kreuze. Außerdem gibt es Doppelkugeln (zwei Kugeln übereinander) und Doppelkegel. Bei den Kegeln und Doppelkegeln sind die Ausrichtungen der Spitzen (nach unten oder nach oben) ebenfalls wichtig.

Begleitheft (für die Ausbildung und Prüfung SKS)

Das Begleitheft ist in der SKS-Theorieprüfung eines der wichtigsten Hilfsmittel. Hier findet man die meisten Angaben, die man benötigt, um die Navigationsaufgaben zu lösen. Das Heft wird vom Delius Klasing Verlag herausgegeben. Wenn du einen SKS-Vorbereitungskurs belegst, ist das eines der Materialien, die du für den Kurs besitzen musst. Auch in der Prüfung bist du ohne Begleitheft verloren.

Begleitheft SKS

In dem Heft findest du ganz hinten den Teil 3 „Leuchtfeuerverzeichnis“. Dieser enthält mehrere wichtige Auflistungen und Darstellungen, die für die Leuchtfeuer-Fragen benötigt werden. Das beginnt schon mit den Erklärungen der Feuerkennungen. Ein Leuchtfeuer hat immer eine bestimmte Regelmäßigkeit, in der es vorkommt. Diese ist in der Seekarte direkt beim Leuchtfeuer eingezeichnet. Die Angabe enthält dort allerdings Abkürzungen. Um diese zu entziffern, können die Informationen der Feuerkennung aus dem Heft verwendet werden. In meiner Ausgabe des Begleitheftes finden sie sich auf den Seiten 63 bis 65.

Noch weiter hinten folgt eine Seite mit der Überschrift „Abkürzungen“. Diese werden wichtig, wenn es um die Beschreibung der spezifischen Leuchtfeuer geht, die gleich darauf folgen. Dort verstecken sich beispielsweise Abkürzungen für die Farben der Leuchtfeuer und deren visuelle und akustische Signale.

Anschließend folgen auf mehreren Seiten genaue Beschreibungen von markanten Leuchtfeuern auf der Karte. Hier findet man auch die Leuchttürme. Jedes Leuchtfeuer wird dort mit Namen und aussehen beschrieben. Außerdem gibt es Angaben zu Kennung und Wiederkehr des Leuchtfeuers sowie ggf. zur Nenntragweite und Höhe. Wer all diese Angaben versteht und interpretieren kann, hat bei den Leuchtfeuer-Fragen in der SKS-Prüfung leichtes Spiel.

Karte 1 / INT 1-Heft

Karte 1 / INT 1 ist das zweite Heft, das bei der SKS-Navigationsprüfung als Hilfsmittel zugelassen ist. Es enthält Erläuterungen zu Zeichen, Abkürzungen und Begriffen, die auf der Seekarte zu finden sind. Damit ist es hauptsächlich ein Nachschlagewerk für all die Piktogramme, Linien und Symbole.

Karte 1 INT 1 Heft

Wie es Nachschlagewerke so an sich haben, dauert das Finden des richtigen Abschnittes immer eine Weile. Genau dass ist in der zeitlich knapp bemessenen Prüfungszeit das Problem. Man könnte viele Antworten in dem Heft finden, hat aber nicht die Zeit, diese in Ruhe nachzuschlagen. Je seltener man in das Karte 1 / INT 1-Heft schauen muss, desto besser.

Trotzdem ist es ein gutes Nachschlagewerk, dass vor allem bei Fragen hilft, deren Antworten komplex sind. Die Seezeichen und Leuchtfeuer gehören dazu. Es sind einfach zu viele Symbole, um sich alle perfekt einprägen zu können, vor allem, wenn man bedenkt, dass man nebenbei noch die 418 Fragen und Antworten für den Fragebogenteil der SKS-Prüfung parat haben muss.

Karte 1 / INT 1 ist in Abschnitte aufgeteilt, die mit Großbuchstaben gekennzeichnet und alphabetisch sortiert sind. Die Abschnitte für Leuchtfeuer und für Tonnen und Baken, liegen direkt hintereinander. Abschnitt P enthält die Leuchtfeuerkennungen (P10-P16) sowie Erklärungen zu Leit- und Sektorenfeuer (P30-P46). Abschnitt Q beschreibt die verschiedenen Tonnenarten (Q20-Q83) sowie die Toppzeichen und deren Bedeutung (Q130). Diese Informationen sind zur Lösung der Seezeichen-Aufgaben wichtig.

Aufbau der SKS-Aufgaben zu Seezeichen und Leuchtfeuern

Die Aufgaben zu den Seezeichen und Leuchtfeuern in der Navigationsprüfung haben immer ähnliche Elemente. Man kann grob in Fragen nach Seezeichen und Fragen nach Leuchtfeuern bzw. Leuchttürmen unterscheiden.

Fragen zu Seezeichen

Die Fragen sind so eingeleitet, dass man das Seezeichen, um das es in der Frage geht, genau identifizieren kann. Das Zeichen wird dabei genau benannt, z.B. „Leuchtturm Helgoland“, „Tonne TG 18/Jade“ oder „Tonne NL2“. Es liegt meist in der Nähe der navigatorischen Route, die man mit seinem Schiff im Laufe der Prüfungsaufgaben segeln soll.

In der Frage wird von dem Prüfling gefordert, die Eigenschaften des Seezeichens und dessen Bedeutung zu benennen. Dabei ist in den meisten Fällen sehr genau beschrieben, was benannt werden soll. So gut wie immer wird nach der Kennung, der Wiederkehr und dem Aussehen am Tag gefragt. Um diese zu ermitteln, können die Eintragungen in der Karte mit denen aus dem Begleitheft und der Karte 1/INT 1 abgeglichen werden. Ein einfaches Beispiel findet sich in Aufgabe 8 des Navigationsbogens 06:

„Auf dem Weg zum WPT 2 passiert man die Tonne „TG 18/Jade“.
Beschreiben Sie das Schifffahrtszeichen „TG 18/Jade“ vollständig (Kennung und Wiederkehr, Aussehen am Tage).“

Fragen zu Leuchttürmen und Leuchtfeuern

Bei Leuchttürmen bzw. Leuchtfeuern wird zusätzlich nach der Nenntragweite des Feuers, der Höhe des Feuers über dem Wasser und der Höhe des Feuerträgers über dem Erdboden gefragt. Da Leuchttürme oft auf erhöhten Positionen stehen, kann es durchaus sein, dass die Höhe des Feuers über dem Wasser größer ist als die Höhe des Feuerträgers, also des Leuchtturms selbst. Wo man all diese Angaben findet, wird im nächsten Kapitel erklärt. Als Beispiel für Fragen nach Leuchtfeuern soll Aufgabe 17 aus dem Fragebogen 01 dienen:

„In der Abenddämmerung identifiziert man die Befeuerung des Leuchtfeuers von Büsum.
Beschreiben Sie das Leuchtfeuer vollständig nach Seekarte und Leuchtfeuerverzeichnis:
– Kennung, Wiederkehr, Nenntragweite,
– Höhe des Feuers über dem Wasser, Aussehen am Tage, Höhe des Feuerträgers über demErdboden.“

Fragen zur navigatorischen Bedeutung

Der zweite Teil der Frage bezieht sich auf die navigatorische Bedeutung des Seezeichens. Hier wird es schwieriger. Um die navigatorische Bedeutung zu beschreiben, muss man das Seezeichen anhand seines Aussehens identifizieren, um dann zu interpretieren, wofür es da ist und wie man sich verhält, wenn man ein solches Zeichen sieht. Manchmal ist die Frage nach Kennung und Aussehen auch von der Frage nach der Bedeutung getrennt. Dies ist beispielsweise im Navigationsbogen 01 der Fall. Dort ist in Aufgabe 3 nach der Beschreibung der Tonne „NL2“ gefragt. In Aufgabe 4 heißt es dann:

„Welche Bedeutung hat die Tonne „NL 2“?
Wie kann man die Tonne „NL 2“ mit dieser Yacht passieren?“

Egal ob in einer einzelnen Frage nach Aussehen und Bedeutung gefragt wird oder ob dies auf zwei Fragen aufgeteilt ist. Insgesamt gibt es dafür immer drei Punkte. Ist nur nach dem Aussehen und nicht nach der Bedeutung gefragt, sind bei vollständiger Richtiger Antwort zu Seezeichen ein Punkt, bei Leuchtfeuern sogar zwei Punkte zu verdienen.

Zum Schluss dieses Kapitels möchte ich noch eine kleine Abgrenzung vornehmen. Einige SKS-Prüfungsbögen beinhalten Fragen nach der Bedeutung anderer Eintragungen in der Seekarte. So wird in Aufgabe 16 aus Bogen 09 gefragt, was die breite grüne Linie mit der Kennzeichnung „PSSA“ besagt. Diese Fragen sind immer sehr individuell. Daher sind Musterantworten nicht möglich. Solche „Sonderfragen“ sollen in einem späteren Blog-Beitrag behandelt werden, da sie sich nicht auf Seezeichen und Leuchtfeuer beziehen.

Lösung der Aufgaben – die Theorie

In diesem Kapitel soll das generelle Vorgehen beschrieben werden, dass zur Beantwortung der Fragen nach Kennung, Aussehen und Bedeutung von Seezeichen und Leuchtfeuern angewendet werden kann. Ziel ist es, die Ansätze zur Beantwortung darzustellen und zu zeigen, wo die notwendigen Informationen in den Hilfsmitteln (Begleitheft und Karte 1/INT 1) zu finden sind.

Kennung und Wiederkehr

Kennung und Wiederkehr werden bei allen Seezeichen mit (Leucht-) Feuer abgefragt. Um diese zu ermitteln, schaut man sich die Darstellung des Seezeichens in der Karte genau an. Neben dem Seezeichen steht meist über dem Namen eine Reihe von Abkürzungen. Das ist die Kennung. Die Kennung besteht dabei aus dem Feuer selbst und der Farbe, gefolgt von der Wiederkehr. Das Feuer wird durch Buchstaben angezeigt, z.B. Q, Oc oder Fl. Danach folgen ggf. in Klammern stehende Zahlen, die für die Gruppen des Feuers stehen. In der folgenden Tabelle werden die wichtigsten Kennungsabkürzungen angezeigt.

Abkürzung

Art der Kennung

Beschreibung

F

Festfeuer (engl. Fixed)

dauerhaft leuchtendes Feuer

Oc

unterbrochenes Feuer (engl. Ocational)

Feuer mit einer Einzelunterbrechung

Oc(2)

unterbrochenes Feuer mit Gruppen

Feuer mit mehreren Unterbrechungen, in diesem Fall zwei, bevor es wiederkehrt. Also beispielsweise ein kurzes Feuer gefolgt von einem Langen Feuer

Oc(2+3)

unterbrochenes Feuer mit verschiedenen Gruppen

Feuer kehrt nach mehreren Gruppen wieder, beispielsweise kurz-lang (Gruppe 1) kurz-kurz-lang (Gruppe 2)

Iso

Gleichtaktfeuer

Lichterscheinung und Unterbrechung sind gleich lang, haben also den gleichen Takt

LFl

Blinkfeuer (engl. Long flash)

Blinkfeuer mit Blinkdauer von ca. 2 Sekunden

LFl(2)

Blinkfeuer mit Gruppen

Blinkfeuer mit einer Gruppe von 2 Blinkern hintereinander

Fl

Blitzfeuer (engl. Flash)

Blitzfeuer mit einer Blitzdauer von höchstens einer Sekunde

Fl(3)

Blitzfeuer mit Gruppe von Blitzen

Gruppe von drei Blitzen hintereinander

Fl(2+1)

Blitzfeuer mit unterschiedlichen Gruppen

Gruppe von zwei Blitzen gefolgt von einem Blitz, dann Wiederkehr

Q

Funkelfeuer (engl. Quick)

Durchgängig funkelndes Feuer

IQ

unterbrochenes Funkelfeuer (engl. interrupted Quick)

Funkeln, dass von einer Dunkel-Phase unterbrochen ist

Q(4)

Funkelfeuer mit Gruppen von Funkeln

Funkelfeuer mit Gruppe von vier Funkeln

VQ

schnelles Funkelfeuer (engl. very Quick)

schnelles durchgehendes Funkeln. Kann auch als IVQ (interrupted very Quick = unterbrochenes schnelles Funkelfeuer) oder VQ(x) (Schnelles Funkelfeuer mit Gruppe von x schnellen Funkeln) auftreten.

UQ

ultra-schnelles Funkelfeuer (engl. Ultra quick)

ultra-schnelles durchgehendes Funkeln. Kann auch als IUQ (interrupted ultra quick = unterbrochenes ultra-schnelles Funkelfeuer) auftreten.

Darüber hinaus gibt es Sonderformen wie Mo(K) (Morsefeuer mit Buchstaben K), FFl (Festfeuer mit Blitzen) und Al.WR (Wechselfeuer von zwei Farben, in diesem Fall Weiß und Rot), welche in der Prüfung aber nicht vorkommen. Das schöne ist, dass man sich die Abkürzungen nicht merken muss. Sie stehen im Begleitheft relativ weit vorne im Teil Leuchtfeuerverzeichnis. In meiner Version des Begleitheftes sind sie auf den Seiten 63 und 64 zu finden. Auch in Karte 1 / INT 1 findet man die Leuchtfeuer-Kennungen unter Abschnitt P Lights. In meinem Heft sind sie auf Seite 53 zu finden.

Der nächste Teil der Kennung ist die Farbe des Feuers. Hier wird es knifflig. Diese kann nämlich in der Kennung am Seezeichen genannt sein, muss es aber nicht. Wenn sie in der Kennung steht, erkennt man das daran, dass zwischen der Feuer-Abkürzung und der Wiederkehr ein oder zwei Buchstaben stehen. Dies ist dann die Farbe. Dabei steht W für Weiß, R für Rot, G für Grün, Bu für Blau, Vl für Violett, Y für Gelb (engl. yellow), Or für Orange und Am für Bernsteinfarben (engl. Amber). Das muss man sich aber nicht unbedingt merken, obwohl es doch recht einfach ist. Auch das Farbverzeichnis steht im Leuchtfeuerverzeichnis des Begleitheftes (bei mir Seite 65) sowie in der Karte 1 / INT 1 (bei mir Seite 54).

Seezeichen Düne-S auf Seekarte

Findet sich in der Kennung kein Buchstabe, der die Feuerfarbe angibt, muss man sich das Seezeichen in der Karte noch einmal genauer anschauen. In dem Fall sieht man im unteren Teil des Seezeichens einen farbigen „Tropfen“, der die Feuerfarbe angibt. Aber Achtung! Rote Tropfen stehen für rotes Licht, grüne Tropfen für grünes Licht. Gelbe Tropfen allerdings stehen für weißes Licht. Das muss man sich einfach merken.

Der letzte Teil ist die Wiederkehr. Sie gibt die Anzahl der Sekunden an, nach denen sich das Feuermuster wiederholt. Man findet sie ganz einfach am Ende der Kennung des Seezeichens als Zahl gefolgt von einem kleinen s für Sekunden.

Eine kleine Übung? Was bedeutet Fl.R.4s? Das ist ein Blitzfeuer mit Einzelblitzen in Rot, die alle vier Sekunden wiederkehren. Was ist Iso.8s? Ein Gleichtaktfeuer, bei dem das Feuer vier Sekunden zu sehen ist, gefolgt von vier Sekunden Dunkelheit. Die Wiederkehr ist also acht Sekunden. Welche Farbe das Feuer hat kann man hier nicht herauslesen. Hängt an dem Zeichen auf der Seekarte allerdings ein gelber Tropfen wissen wir, dass es sich um weißes Gleichtaktfeuer handelt.

Aussehen am Tag

Auch das Aussehen des Seezeichens bzw. Leuchtfeuers am Tag muss in den meisten Aufgabenstellungen beschrieben werden. Zum Aussehen gehören dabei die Tonnen-/Turm-Art, ihre Farbe und Musterung sowie gegebenenfalls vorhandene Topp-Zeichen.

Beim Aussehen von Seezeichen hilft uns generell die Karte 1 / INT 1, die ja als Hilfsmittel in der Prüfung zugelassen ist. Diese hat unter dem Abschnitt Q Tonnen und Baken ein ausführliches Verzeichnis. In meinem Heft reicht dieses von Seite 62 bis Seite 70.

Tonnenarten

Die Art der Tonne findet man auf Seite 63 der Karte 1 / INT 1 (Kennung Q20-26). Auch wenn sie in den Musterlösungen der SKS-Navigationsbögen nicht immer aufgeführt ist, schadet es nicht, diese trotzdem zu beschreiben. Die gängigsten Arten, die auch in der Prüfung vorkommen, sind Kugeltonnen, Bakentonnen und die Großtonne (in der ODAS-Aufgabe). Diese ist anhand der Tabelle gut zu finden.

Die Farbe und das Muster können direkt aus der Darstellung in der Seekarte abgelesen werden. Die Farbangabe findet sich als Großbuchstaben direkt unter dem Seezeichen. Dort steht beispielsweise G für Grün, B für Schwarz, R für Rot, W für Weiß und Y für Gelb. Findet man unter dem Seezeichen nur einen Buchstaben, ist dieses einfarbig. 

Bei Kombinationen wie BRB oder RW ist die Tonne/Bake mehrfarbig. Dann kommt es darauf an, ob sie waagerecht oder senkrecht gestreift ist. Dies muss in der Prüfung angegeben werden, sonst fehlen Punkte. Ist durch die Darstellung des Seezeichens auf der Seekarte ein dünner senkrechter Strich gezogen, ist das Seezeichen vertikal gestreift. In diesem Fall würde RW zum Beispiel bedeuten, dass die Tonne rot-weiß vertikal gestreift ist. Enthält das Seezeichen keinen senkrechten Strich, ist die Musterung waagerecht. Eine BYB-Bakentonne ist dann schwarz-gelb-schwarz waagerecht gestreift. Die Informationen zu Farbe und Musterung finden sich natürlich auch in der Karte 1 / INT 1 unter der Kennung Q2-5 (bei mir Seite 62).

Farben von Tonnen

Last but not Least, das Topp-Zeichen. Hier wird es zugegebenermaßen etwas knifflig. Die Karte 1 / INT 1 enthält zwar die Angaben zu den Topp-Zeichen, allerdings leider nicht schön klar und kompakt. Das liegt daran, dass die Farbe der Toppzeichen von der Verwendung abhängt und nicht explizit in der Seekarte angegeben ist. So kann ein schwarzer Kegel in der Seekarte bedeuten, dass es tatsächlich ein schwarzer Kegel auf dem Seezeichen ist (z.B. bei Kardinalzeichen – Richtungsbezeichnung), er kann aber auch für einen grünen Kegel einer Steuerbordtonne (Lateralzeichen – Seitenbezeichnung) stehen.

Generell ist erstmal wichtig, dass es nur eine begrenzte Anzahl von Toppzeichen gibt (Kegel, Zylinder, Kugeln/Bälle und Kreuze). Diese sind in Karte 1 / INT 1 unter der Kennung Q9 abgebildet. Kreuze können entweder stehen (Balken senkrecht und waagerecht) oder liegen (Balken diagonal). Kugeln/Bälle sowie Kegel können einzeln oder doppelt übereinander vorkommen (Doppelkugel / Doppelkegel). Kegel bzw. Doppelkegel können (mit der Spitze) nach oben oder nach unten zeigen. In folgendem Bild findet man alle Kombinationen.

Toppzeichen

Was die Farbe von Toppzeichen angeht, findet man hier ein paar Grundregeln, die auch in Karte 1 / INT 1 unter den Kennungen Q130.1-Q130.7 nachgelesen werden können:

  • Doppelkegel (zwei Kegel übereinander) sind meist schwarz, da sie zu den Kardinalzeichen gehören.
  • Kreuze, egal ob stehend oder liegend sind meist gelb. Sie sind Sonderzeichen, die besondere Gebiete und Orte oder neue Gefahrenstellen bezeichnen.
  • Doppelkugeln weisen meist auf eine Einzelgefahr hin und sind schwarz.
  • Kugeln in der Fahrwassermitte, die auf einem rot-weiß-gestreiften Seezeichen angebracht sind, sind meist rot.
  • Topp-Zeichen über Lateralzeichen, also über Tonnen, die das Fahrwasser an Steuerbord und Backbord begrenzen, haben die Farbe der Tonne selbst, also rot oder grün.

Tipp Nr. 1

Mache dich vorher mit der Interpretation des Aussehens der Seezeichen vertraut. Karte 1 / INT 1 enthält zwar alle notwendigen Angaben, stellt diese aber nicht so übersichtlich und leicht auffindbar dar, wie z.B. die Leuchtfeuer-Kennungen. Ein langes Herumsuchen kostet in der Prüfung nur unnötig Zeit.

Besondere Merkmale von Leuchtfeuern und Leuchttürmen

Kommen wir nun zu den zusätzlichen Angaben bei markanten Leuchtfeuern und Leuchttürmen. Diese erkennt man meistens daran, dass in der Aufgabenstellung auf das Begleitheft verwiesen wird oder nach Höhen bzw. Nenntragweiten gefragt wird. In dem Fall ist der Griff zum Begleitheft dringend angeraten. Im hinteren Teil des Leuchtfeuerverzeichnisses befinden sich für bestimmte Leuchtfeuer und -türme die genauen Angaben zu Aussehen, Kennung/Wiederkehr, Nenntragweiten und der Höhe über dem Wasser. In meinem Begleitheft beginnen diese auf Seite 73.

Tipp Nr. 2

Mache dich vorher mit dem Aufbau der Angaben zu Leuchtfeuern im Begleitheft vertraut. Diese schnell interpretieren zu können spart in der Prüfung Zeit.

Der Aufbau ist immer gleich. Links steht die laufende Nummer, darunter die internationale Identifikationsnummer. Diese interessieren uns nicht. Danach, in der nächsten Spalte allerdings, finden wir unter dem Namen Form und Aussehen des Feuerträgers, also beispielsweise des Leuchtturms. In Klammern findet man dort auch die Höhe über dem Erdboden, eines der Dinge, nach denen in den SKS-Aufgaben gefragt wird. Darunter sind dann Breiten- und Längenangaben.

Leuchtfeuerverzeichnis Überblick

Als Nächstes kommt die Angabe von Kennung und Wiederkehr. Bei der Kennung ist es noch wichtig zu erwähnen, dass sich die Farbangaben hier auf die Sektoren des Feuers beziehen. Eine Farbangabe WR heißt also nicht, dass das Feuer abwechselnd weiß und rot leuchtet (dann wäre es Al.WR) sondern, dass das Feuer mindestens einen weißen und einen roten Sektor hat. 

Unter der Kennung findet man, ebenfalls für die Prüfung wichtig, die Sektoren des Feuers. Gerade Leuchttürme haben mehrere Sektoren in unterschiedlichen Farben. Dies soll den Schiffen das richtige Ansteuern erleichtern. Die Sektoren sind mit der Sektorfarbe gefolgt von dem Gradzahlen des Sektors angegeben.

Die beiden letzten Angaben sind die Nenntragweite des Feuers sowie die Feuerhöhe über dem Wasser. Sind bei der Nenntragweite mehrere Eintragungen, beziehen sich diese meist auf die unterschiedlichen Sektoren in der Reihenfolge, wie sie in der Kennung angegeben wurden. Damit haben wir alles zusammen, um auch diese Aufgaben lösen zu können. 

Ein ordentlich schweres Beispiel ist das Oberfeuer vom Leuchtturm Düne-Helgoland. Nach diesem wird in Aufgabe 2 von Navigationsbogen 03 gefragt. Im Begleitheft ist es unter der Nummer 08051 zu finden. Was man alles aus den Angaben ablesen kann (und in der Prüfung angegeben werden muss), ist unten zu sehen.

Leuchtfeuer Helgoland Düne Oberfeuer
  • Aussehen am Tage: rot-weiß waagerecht gestreifter, runder Turm
  • Höhe des Feuerträgers über dem Erdboden: 15 Meter
  • Kennung: Gleichtaktfeuer (Iso) mit jeweils zwei weißen, roten und grünen Sektoren (WRG + Gradangaben darunter)
  • Wiederkehr: 4 Sekunden
  • Nenntragweite: 11 Seemeilen für die weißen Sektoren, 10 Seemeilen für die roten und grünen Sektoren (11/10/10 M mit Bezug auf WRG in der Kennung)
  • Feuerhöhe über dem Wasser: 17 Meter

Man merkt also, aus dem Leuchtfeuerverzeichnis kann so einiges herausgelesen werden. Dazu ist es aber wichtig, dass der Aufbau bekannt ist. Die Benutzerhinweise (Seite 65 folgende) und das Abkürzungsverzeichnis (Seite 72) im Begleitheft können helfen. Allerdings sollte man sich diese lieber vor der Prüfung schon eingeprägt haben, da die Prüfungszeit der Navigationsaufgaben knapp bemessen ist.

Navigatorische Bedeutung

Teilweise wird in den Fragen zu Seezeichen und Leuchtfeuern auch nach der navigatorischen Bedeutung gefragt. Dies kommt vor allem vor, wenn es sich um ein Kardinalzeichen oder ein Lateralzeichen handelt. Bei der Interpretation hilft wiederum das „Karte 1 / INT 1“-Heft (Abschnitte P und Q). Dort sind die Bedeutungen aufgeführt. In der Prüfung allerdings lange danach zu suchen, ist aus Zeitgründen oft nicht möglich. Daher hier die navigatorischen Bedeutungen für die häufigsten Seezeichen:

Kardinalzeichen

Kardinalzeichen sind die gelb-schwarz waagerecht gestreiften Seezeichen mit zwei Kegeln als Topp-Zeichen. Sie zeigen an, auf welcher Seite der Bezugspunkt gefahrlos passiert werden kann. Die Nordtonne (beide Kegelspitzen nach oben) kann im Norden umfahren werden, die Südtonne (beide Kegelspitzen nach unten) im Süden und so weiter. Bei der Westtonne zeigen die Spitzen zueinander, bei der Osttonne zeigen sie voneinander weg (und bilden so ein schematisches „O“, eine gute Eselsbrücke).

Lateralzeichen markieren und begrenzen ein Fahrwasser nach Back- und Steuerbord. Sie sind immer grün oder rot. Grüne Steuerbord-Zeichen haben manchmal einen Kegel als Toppzeichen, rote Backbordzeichen einen Zylinder. Achtung: Auf den amerikanischen Kontinenten sowie in einigen asiatischen Regionen ist die Farbgebung vertauscht.

Lateralzeichen
Einzelgefahr

Einzelgefahr-Zeichen sind schwarz-rot-schwarz waagerecht gestreift und haben meist zwei schwarze Bälle als Topp-Zeichen. Sie weisen auf eine Gefahrenstelle (z.B. flaches Wasser) hin, die von tieferem Wasser umgeben ist. Diese Stelle ist entsprechend nicht zu passieren.

Sektorenfeuer unterteilen den Bereich, von dem sie ausgehen in mehrere (meist verschiedenfarbige) Sektoren. Damit zeigen sie Schiffen an, welchen Weg sie nehmen sollen, um einen bestimmten Punkt anzusteuern. Je nach Farbe, die auf dem Schiff wahrgenommen wird, sieht der Steuermann, in welchem Sektor er sich befindet und wie er steuern oder den Kurs korrigieren muss.

Sektorenfeuer
Richtfeuer

Richtfeuer bestehen aus zwei hintereinander liegenden Feuern, die in die gleiche Richtung abstrahlen. Um diese Richtung einzuschlagen, muss der Steuermann so steuern, dass er beide Feuer genau übereinander bringt. Sind sie versetzt, muss der Kurs angepasst werden. Richtfeuer werden oft verwendet, um auf ein Fahrwasser hinzuweisen.

Neben der allgemeinen Bedeutung des Seezeichens kann es auch hilfreich sein, sich die Umgebung auf der Seekarte genauer anzuschauen. Deutet das Seezeichen auf ein Fahrwasser hin oder begrenzt dieses? Leitet das Seezeichen in eine Einmündung? All diese Informationen gehören zur Antwort dazu. 

Hier gilt generell, viel hilft viel. Es sollte lieber mehr aufgeschrieben werden, um die navigatorische Bedeutung zu beschreiben. Man geht also lieber auf alles ein, was man weiß. Nur komplett falsch sollte natürlich nichts sein. Eine Kardinalstonne mit einer Einzelgefahrentonne zu verwechseln bringt Punktabzug.

Lösung der Aufgaben – Beispielaufgaben

Nun soll das richtige Vorgehen bei der Lösung der Seezeichen- und Leuchtfeueraufgaben an zwei tatsächlichen Beispielen gezeigt werden. Das erste Beispiel ist die Aufgabe 14 aus dem Bogen 02, bei dem nach einem Seezeichen gefragt wird. Beim zweiten Beispiel, Aufgabe 2 aus Bogen 03, wird es etwas komplexer. Allerdings haben wir diese weiter oben schon einmal angesprochen.

Beispiel 1 – Seezeichen

Folgende Frage findet sich in der 14ten Aufgabe des Navigationsbogens 02 der SKS-Theorieprüfung:

„Um 16:20 BZ befindet man sich 2,3 sm genau südlich (rwP = 360°) von „Düne-S“. Tragen Sie den beobachteten Ort in die Karte ein.
Beschreiben Sie dieses Schifffahrtszeichen vollständig (Kennung und Wiederkehr, Aussehen am Tage).
Welche Bedeutung hat dieses Schifffahrtszeichen? Wie passiert man es?“

Um diese Fragen zu beantworten, ist folgendes Vorgehen sinnvoll:
1. Was ist gefragt?
2. Kennung und Wiederkehr ermitteln
3. Aussehen am Tag ermitteln
4. (ggf.) Navigatorische Bedeutung ermitteln

1. Was ist gefragt?

Was genau gesucht ist, steht in der Fragestellung selbst. Alles, wonach gefragt ist, muss auch beantwortet werden, um die volle Punktzahl zu bekommen. Im Beispiel 1 sind das: Kennung und Wiederkehr, Aussehen am Tag und Bedeutung des Zeichens. Außerdem ist anzugeben, wie man das Seezeichen mit dem Boot passiert.

2. Kennung und Wiederkehr ermitteln

Um die Fragen zur Kennung, Wiederkehr und auch zum Aussehen beantworten zu können, schauen wir uns die Tonne auf der Karte genau an. Ihre Kennung (über dem Namen) ist Q(6)+LFl. 15s. Wie schon beschrieben kann die Kennung im Begleitheft oder in der Karte 1 / INT 1 nachgeschlagen werden. Ich entscheide mich für das Begleitheft. Dort finde ich die Feuerkennungen der Seefahrtszeichen im Leuchtfeuerverzeichnis (bei mir ab Seite 63). 

Laut der Beschreibung ist Q(6) ein „Funkelfeuer in Gruppen von 6 Funkeln“. Dahinter kommt noch LFl. was für einen Long Flash oder Blinkfeuer steht. Wir haben also „Funkelfeuer in Gruppen von 6 Funkeln und ein Blink“.

Düne S Kennung 1
Düne S Kennung 2
Seezeichen Düne-S auf Seekarte

Es fehlt aber noch etwas, nämlich die Farbe des Feuers. Auf der Karte hat die Tonne einen gelben Tropfen. Das heißt aber nicht, dass die Farbe des Feuers gelb ist, sondern, dass sie weiß ist. Weiße Tropfen könnte man auf der Karte schlecht abbilden, daher deuten gelbe Tropfen auf weißes Licht hin. Zu Beginn etwas verwirrend, ich weiß.

Jetzt fehlt uns noch die Wiederkehr. Diese herauszufinden ist leicht, sie steht ganz am Ende der Kennung. Alle 15 Sekunden wiederholt sich die Feuerkennung. Die Antwort auf die Frage nach Kennung und Wiederkehr lautet also zusammengefasst: Funkelfeuer weiß mit Gruppen von sechs Funkeln und einem Blink. Wiederkehr nach 15 Sekunden. Das war doch gar nicht so schwer. Jetzt zum Aussehen am Tag.

3. Aussehen am Tag ermitteln

Für das Aussehen am Tag schaut man sich wieder die Eintragung in der Karte an. Für geübte Segler ist das ganz offensichtlich. Wenn man lernt, kann man aber gerne in der Karte 1 / INT 1 im Abschnitt Q nachschauen. Dort findet man die Tonne unter der Überschrift „Kardinale Zeichen“ (130.3, Seite 69).

Südliche Kardinaltonne

Achtet man ganz genau auf die Darstellung, fällt das Topp-Zeichen auf, das aus zwei schwarzen Kegeln besteht, die nach unten zeigen. Das ist eine südliche Kardinaltonne. Die Form kann man sicherheitshalber noch mal ein paar Seiten weiter vorne in Karte 1 / INT 1 nachschauen (130, Seite 67). Diese länglichen Tonnen sind „Bakentonnen“. Und die Farbe? Unter der Tonne steht ganz klein „YB“. Y steht für Yellow, also Gelb. B steht für Black, also schwarz. Die Tonne hat keinen senkrechten Strich in der Mitte, sie ist demnach waagerecht gestreift, und zwar gelb über schwarz.

Die korrekte Beschreibung des Aussehens am Tag lautet also zusammengefasst: Bakentonne, waagerecht gelb über schwarz gestreift, mit zwei schwarzen Kegeln übereinander als Toppzeichen, deren Spitzen beide nach unten zeigen.

4. (ggf.) navigatorische Bedeutung ermitteln

Jetzt fehlt uns noch die navigatorische Bedeutung. Diese finden wir ebenfalls in Karte 1 / INT 1 unter 130.3. Dort steht beschrieben: „Kardinale Zeichen – zeigen an, an welcher Seite der Bezugspunkt gefahrlos passiert werden kann.“

Die richtige Antwort auf die Frage nach der Bedeutung der Düne-S lautet daher: Südliches Kardinalzeichen, liegt südlich der Gefahrenstelle und zeigt an, dass die Stelle südlich der Tonne gefahrlos passiert werden kann. Das war auch schon alles. Damit hat man sich drei Punkte in der SKS-Navigationsprüfung verdient.

Beispiel 2 – Leuchtfeuer

Nun zur Frage nach dem Leuchtfeuer. Diese sind oft komplexer und es wird mehr Zeit benötigt, sie zu beantworten. Manchmal bringen sie dann aber auch mehr Punkte. Frage 2 des SKS-Navigationsbogens 03 soll als Beispiel dienen:

„Die Yacht verlässt den Hafen von Helgoland bereits um 05:00 BZ und steuert zwischen der Hauptinsel und der östlich vorgelagerten, sogenannten „Düne“ in nördlicher Richtung durch das betonnte Fahrwasser. Man befindet sich im Leitsektor „weiß“ des „Düne Oberfeuers“.
Beschreiben Sie dieses Leuchtfeuer und seine navigatorische Bedeutung vollständig nach Seekarte und Leuchtfeuerverzeichnis:
– Kennung und Wiederkehr, Nenntragweite,
– Höhe des Feuers über dem Wasser, Aussehen am Tage, Höhe des Feuerträgers über dem Erdboden,
– navigatorische Bedeutung.“

Zugegeben, hier habe ich mit gleich ein schwieriges Beispiel rausgesucht. Zur Beantwortung der Frage hangelt man sich wieder an den im ersten Beispiel gezeigten vier Schritten entlang.

1. Was ist gefragt?

Erst einmal muss man alles wissen, das gefragt ist. Man will ja keine Angaben vergessen und wichtige Punkte einbüßen. Die Aufgabenstellung fragt für das Leuchtfeuer „Düne Oberfeuer“ (in der Karte als Düne-O abgekürzt) nach folgenden Angaben:

– Kennung und Wiederkehr
– Nenntragweite
– Höhe des Feuers über dem Wasser
– Aussehen am Tag
– Höhe des Feuerträgers über dem Erdboden
– navigatorische Bedeutung

Viel zu tun also. Allerdings versteckt sich in der Aufgabenstellung noch ein interessanter Hinweis. Man soll die Beschreibung anhand der Seekarte UND dem Leuchtfeuerverzeichnis machen. Worauf uns das stößt? Das Düne Oberfeuer wird in dem Leuchtfeuerverzeichnis des Begleitheftes genauer beschrieben sein. Legen wir uns das Heft also bereit und schlagen es auf Seite 73 unter der Überschrift „Büsum, Friedrichskoog, Helgoland“ auf. Dort finden wir mit der Nummer 08000 Helgoland, darunter mit 08050 „Düne, U-F.“ (was für Unterfeuer steht) und darunter 08051 „- Oberfeuer“. Genau danach haben wir gesucht! Helgoland Düne Oberfeuer.

2. Kennung und Wiederkehr ermitteln

Leuchtfeuer Helgoland

Für Kennung und Wiederkehr schauen wir auf die Karte und sehen da, dass die Kennung mit „Iso. WRG. 4 s 17m 11/10M“ angegeben ist. Hier ist schon der erste Stolperstein zu finden. Unter der Kennung für das Oberfeuer steht nämlich direkt die Kennung für das Unterfeuer (Iso. 4 s 11m 8M). Das Unterfeuer beachten wir für diese Aufgabe aber nicht.

Nun an die richtige Kennung. „Iso“ deutet auf ein Gleichtaktfeuer hin. Wer sich unsicher ist, schaut in Karte 1 / INT 1 im Abschnitt P nach. Danach kommt WRG. Das heißt, wir haben es mit einem Sektorenfeuer zu tun. Das kann man auf der Karte auch gut erkennen. Dort sieht man die Sektoren als Bogen eingezeichnet. „WRG“ heißt, dass die Sektoren weiß, rot und grün sind. Nun kommt der zweite Stolperstein. Das Düne Oberfeuer hat nämlich nicht nur einen „Sektorenbogen“ sondern gleich zwei. Den Ersten findet man, wenn man vom Feuer aus nach Nordwest schaut. Der zweite Bogen liegt im Südwesten oder genauer Süd-Südwesten. Wirklich schwierig. Wenn das es einmal gesehen hat, vergisst man es aber auch nicht mehr so schnell. Die Kennung lautet also: Gleichtaktfeuer mit jeweils zwei weißen, roten und grünen Sektoren.

Die Wiederkehr zu ermitteln ist einfach. Diese beträgt 4 Sekunden. Nun haben wir ja noch die Frage nach der Feuerhöhe über dem Wasser und der Nenntragweite des Feuers. Hier kommen wir dann auch zum dritten Stolperstein. Die Höhe des Feuers über dem Wasser ist die Eintragung direkt hinter der Wiederkehr. Es lohnt sich der Abgleich mit der Eintragung im Leuchtfeuerverzeichnis. Dort steht ganz hinten 17 m. Die Feuerhöhe beträgt also 17 Meter.

Helgoland Düne Oberfeuer Leuchtfeuerverzeichnis 2

Bleibt noch eine Angabe in der Kennung übrig, nämlich das „11/10 M“. Hier schauen wir auch in das Leuchtfeuerverzeichnis und sehen, dass dort (in der Spalte Nenn-Tw.) sogar „11/10/10 M“ steht. Diese Werte beziehen sich wieder auf die Sektoren, die ja mit „WRG“ angegeben waren. 11/10/10 und WRG bedeutet also, dass die Nenntragweite des weißen (W-)Sektors 11 Seemeilen (Achtung, nicht Meter!) beträgt, währen die Nenntragweiten der roten und grünen Sektoren 10 Seemeilen betragen. Schwierig oder? Und dafür gibt es bis jetzt nur einen Punkt.

3. Aussehen am Tag ermitteln

Beim Aussehen am Tag wird es uns etwas leichter gemacht. Hier halten wir uns strikt an die Angaben, die wir zu dem Helgoland Düne-Oberfeuer im Leuchtfeuerverzeichnis vom Begleitheft finden. Dort steht: „r-w. wgr. gestreifter, runder Turm (15m)“. Falls man hier Übersetzungshilfe der Abkürzungen benötigt, findet man diese eine Seite zuvor (bei mir Seite 72). Daraus ermitteln wir, dass die richtige Antwort lautet, dass es sich um einen rot-weiß waagerecht gestreiften Runden Turm handelt, bei dem der Feuerträger in einer Höhe von 15 Metern über dem Erdboden liegt. Damit haben wir den zweiten Punkt.

Helgoland Düne Oberfeuer Leuchtfeuerverzeichnis 3

4. (ggf.) navigatorische Bedeutung ermitteln

Die navigatorische Bedeutung ist jetzt wieder etwas schwerer zu beschreiben. Wir wissen aus der Darstellung in der Karte, dass es ein Feuer ist, dass über zwei Sektoren verfügt. Damit hat der Turm zwei Leitfeuer. Der erste Teil der Antwort lautet also: Zwei Leitfeuer, eines zur Ansteuerung aus Nordwest, das zweite zur Ansteuerung aus Südsüdwest.

Oberfeuer Leitfeuer im Detail

Es gibt allerdings eine Besonderheit. Wenn es ein Oberfeuer und ein Unterfeuer gibt, ist das ein Zeichen dafür, dass es sich auch um ein Richtfeuer für Schiffe handelt. Bei einem Richtfeuer müssen Schiffe das Ober- und das Unterfeuer durch Steuern übereinander bekommen, um genau den beabsichtigten Kurs zu fahren. Damit haben wir auch den zweiten Teil der Antwort auf die Frage nach der navigatorischen Bedeutung: Ober- und Unterfeuer bilden eine Richtfeuerlinie (von 020 Grad) für Schiffe, die von SSW einlaufen.

Wie weiter oben schon beschrieben ist die navigatorische Bedeutung immer eine schwierige Frage, bei deren Beantwortung man alles aufschreiben sollte, was man von der Darstellung auf der Karte und aus den Heften ablesen kann. Damit ist jetzt aber auch der dritte Aufgabenteil gelöst. Ist alles richtig und vollständig winken insgesamt drei Punkte.

Seezeichen und Leuchtfeuer – nicht ganz einfach aber machbar.

Damit möchte ich diesen, mal wieder viel zu langen Blogbeitrag schließen. Wie immer hoffe ich, dass er trotz der vielen Informationen interessant war und dass die Leser etwas lernen konnten. Die SKS-Navigationsprüfung ist schwer, machen wir uns da nichts vor. Doch mit Übung, Fleiß und vielleicht der ein oder anderen Erklärungshilfe wird man sie trotzdem meistern. Neben dem Blogbeitrag selbst empfehle ich, wie immer, den Youtube-Kanal McFly342. Falls du Fragen zu speziellen Seezeichen oder Leuchtfeuern aus der Prüfung hast, schreibe sie gerne in die Kommentare am Ende der Seite. Ich versuche, diese schnell und vor allem richtig zu beantworten.

Ahoi und bis bald.

Links:

Youtube-Kanal McFly439 (https://www.youtube.com/@LauraMcFly439)

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